Letztes Jahr wurden weltweit über 150 Journalistinnen und Journalisten verhaftet und mehr als 140 Medienorganisationen zensiert oder geschlossen, weil sie ihre Meinung frei vertreten und diese verbreitet haben. Die Zensur wird von vielen Staaten immer noch als Mittel der Politik eingesetzt.
Die 1985 gegründeten Nichtregierungsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ setzt sich für Meinungs- und
Pressefreiheit auf der ganzen Welt ein, und macht immer wieder mit Aktionen auf die teilweise noch immer erschreckenden Zustände aufmerksam.

Dieses Jahr erhielt die Organisation den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig, für ihre Initiative Fonts for Freedom. Die Initiative mache „Typografie zur Botschafterin der Pressefreiheit“, so die Begründung. Fonts for Freedom rekonstruierte die Schriftarten von 9 Verschiedenen Zeitungen die von der eigenen Regierung verboten wurden. Darunter Zeitungen aus der Türkei, Vietnam, Kambodscha, Tansania, Ungarn, Aserbaidschan und Russland. Mit Hilfe verschiedener Typografen stellte Fonts for Freedom die entstandenen Schriftarten auf ihrer Webseite der Allgemeinheit zur Verfügung. Die Botschaft: „Eine Zeitung bleibt von Wichtigkeit solange sie nicht in Vergessenheit gerät. So wird jede Verwendung der Schriftarten zu einem Symbol der Pressefreiheit.“

An der Aktion beteiligten sich etliche große Tageszeitungen wie die Süddeutsche Zeitung, Die Welt, taz –
die Tageszeitung, Augsburger Allgemeine, und mehr, die anstatt ihrer Hausschrift, eine der 9 rekonstruierten Schriftarten verwendeten.
Auf der fonts for freedom Webseite kann man auch gleich eine Botschaft in Plakatform erschaffen, und diese auf Reise ins Internet schicken. Unter #fontsforfreedom findet ihr so einige Beispiele.
Obwohl die Aktion schon einige Monate her ist, hat sie kein bisschen an Aktualität verloren. Denn noch immer muss man für die Pressefreiheit und Demokratie und gegen die Zensur kämpfen. Fonts for freedom hat gezeigt, dass auch Typografie dabei behilflich sein kann.

 

Bildquelle: fonts-for-freedom.com