Auch die EU hat beschlossen Einwegplastik drastisch zu reduzieren. Viele noch alltäglichen Gegenstände, wie Plastiktrinkcontainer für den Smoothie in der Mittagspause oder den Coffee to go, müssen bald durch umweltfreundliche Alternativen ersetzt werden. Die chilenische Designerin Margarita Talep hat vielleicht eine leicht abbaubaubare, nachhaltige Alternative gefunden; hergestellt aus Algen.

Jedes Jahr werden allein in Deutschland 40 Milliarden Strohhalme benutzt und weggeschmissen. Wirklich benutzt werden sie im Durchschnitt nur für 5 Minuten. Das steht in keiner Relation zur Dauer des biologischen Abbaus. Nachdem aus dem Trinkhalm Mikroplastik wurde, dauert es noch 300 – 500 Jahre bis das Plastik wirklich abgebaut ist. Vor allem Strohhalme und andere Produkte mit einer extrem kurzen Nutzungsdauer und extrem langer Abbauzeit, hatten die Designerin Talep, zur Suche nach einer Alternative bewegt. Der größte Fokus lag auf einer kurzen Abbaudauer.

Talep zu Folge, besteht ihr Material nur aus natürliche Inhaltsstoffen. Selbst die benutzten Farben bestehen aus Früchten und Gemüse, wie z.B. Blaubeeren, Rote Beete oder Karotte. Das Polymer, was man braucht um plastikähnliches Material herzustellen, besteht hierbei aus Agar. Agar wird aus den Zellwänden einiger Algenarten gewonnen. Vegetarier kennen Agar vermutlich als alternatives Verdickungsmittel an Stelle von Gelatine. In Südostasien wird Agar außerdem zur Zubereitung vieler Süßspeisen verwendet. Als Weichmacher benutzt Talep Wasser.
Durch ein relativ einfaches Verfahren entsteht aus den drei Bestandteilen schließlich ein Material was an dünnes Plastik erinnert. Am besten ist das Material geeignet um trockene Lebensmittel zu verpacken. Um die Verpackung zu schließen braucht man keinen Kleber, sondern einfach nur Hitze. Das Besondere bei diesem Material ist, dass es durch Änderung des Mischverhältnisses auch seine Beschaffenheit ändern kann. Mal fester, mal flexibler, je nachdem für welche Verpackung es gebraucht wird.
Und nach der Nutzung braucht das Algenplastik nur 2- 3 Monate um sich vollständig abzubauen. Die Designerin sagte selbst zu ihrer Erfindung: „ Ich glaube das biologische Herstellungsverfahren ein wichtiger Teil zukünftiger Industrien sein werden. Aber es ist nicht genug nur neue Materialien zu erschaffen. Es muss parallel mit anderen Lösungsansätzen passieren.“

Margarita Taleps Vorschlag ist einer von vielen. Im Moment wird überall auf der Welt mit alternativen Herstellungsmöglichkeiten von plastikähnlichen Materialien experimentiert, z.B mit Hilfe von Mais, Hefe oder Stroh. Es ist also hoffentlich nur eine Frage der Zeit bis unsere Verpackungen schneller abgebaut werden können. So dass, an den Stränden unsrer Ururenkel kein Plastikmüll mehr angeschwemmt wird und unsere Ozeane mehr Fisch als Plastik beherbergen.

 

Bildquelle: dezeen.com